Eine größere Liebesfähigkeit – wie wir täglich hineinwachsen

Die Fähigkeit wirklich zu lieben ist eine Fähigkeit der Seele, die ein Mensch in sich
verwirklichen kann. Sie kann sich immer weiter ausdehnen und wachsen. Was wir
dazu brauchen, ist Raum in uns.
Sind wir „zugemüllt“ mit alten Dingen, gestresst und überflutet von Informationen,
können wir nichts aufnehmen. Wir sind nicht einmal in der Lage aufrichtig zuzuhören,
denn das setzt voraus, den Anderen in sich aufzunehmen. Erst durch das
Aufnehmen können wir wahrnehmen. Sind wir also wirklich in uns selbst anwesend,
haben Raum in uns und das Vertrauen Dinge hineinzulassen, beginnt
Wahrnehmung. Daraus entsteht Verbundenheit, das Gefühl der Liebe erfüllt uns.
Können Sie sich vorstellen, wie viel Fülle in Ihnen wäre, wenn Sie nicht nur dies oder
jenes hineinlassen würden? Fangen Sie doch mit Dingen an, für die Sie ganz offen
sind. Zum Beispiel, den Duft einer Blume, wie die Sonne durch einen Baum strahlt
oder der Wind zart Ihr Gesicht berührt. Sie können das Zwitschern eines Vogels
hineinlassen und es wird wie ein Konzert sein. Es kostet nichts, wie auch die Melodie
eines Baches. Die Umarmung oder das Lächeln eines Menschen kann sie reich
beschenken. Sie können immer mehr erlauben, was sie durchströmen darf und es
wird ein Teil von Ihnen sein. Haben Sie den Mut auch ungewöhnliche Dinge
hineinzulassen, um sie fühlen zu können. Öffnen Sie sich auf was Ihr Blick auch fällt
ohne Gedanken oder Bewertungen. Haben Sie Mut zu dieser reinen sensitiven
Wahrnehmung. Sie werden beginnen, immer mehr und mehr Liebe zu spüren und
sich verbunden fühlen. Dann beginnt Wertschätzung und Mitgefühl für Alles. Diese
Fülle wird Ihr Leben verändern.
Es kann Sie zur puren Liebe führen, wie ich sie in der Fühl-Übung „Liebe ist…“ auf
Seite 267 meines Buches „Die Seele als Coach“ beschreibe. (Auszug)
Ich liebe die Straße, den Abend, die Luft, das Essen heute, unser Gespräch, ich liebe
dein Lachen, ich liebe meine Arbeit, ich liebe euch, ich liebe meine Fragen, meine
Ohnmacht, meine Irrwege, ich liebe nichts, das Nichts, ich liebe mein Atmen in
diesem Moment, den Spaß der Kids einer Freundin, ich liebe Antworten, die in mir
aufsteigen, und ich liebe das Knistern des Holzes im Ofen. Ich liebe diese weiche
Wolle meines Pullis, ich liebe die Teetasse, an der ich gerade meine Hand wärme,
und ich liebe das zarte Muster auf dem Porzellan. Ich liebe, was ich nicht sehen kann
und was dennoch diese Räume erfüllt. Ich liebe es, zu fühlen, ich liebe auch, was
nicht zu verstehen ist. Ich liebe es, abends ins Bett zu gehen. Ich liebe meine Hand,
ich liebe diese Bewegung, die sie gerade macht. Ich liebe meine achtsamen Schritte
zur Küche, ich liebe dich, Baum vor meinem Fenster, ich liebe meine Vergangenheit,
die Resignation und meine Art, wieder aufzustehen und weiterzugehen. Ich liebe
roten Wein, ich liebe die Stille, die Form von meinem Schuh, diesen wundervollen
Schatten an der Wand, ich liebe dieses Lied und was es in mir auslöst, ich liebe die
Dankbarkeit in mir, es hören zu können. Ich liebe das Warum, die Ungewissheit, ich
liebe das Leben, ich liebe das Leben mit dem Wissen, dass an anderen Plätzen auf
der Welt Menschen einen anderen Moment erleben. Ich liebe, wie sich die Liebe
ausdehnt, durch mich strömt und weiter fließt. Sie fließt weiter und berührt. Ich liebe,
ich liebe, ich liebe …
Es gibt nur ein ewiges Leben, einmal hier und einmal woanders. Wir alle sind nur ein
gemeinsames ständiges Leben. Und die Liebe, sie ist die ganze Zeit über interessiert
daran, alles noch Ungeliebte mit einzuschließen.

Danke, dass ich bin.

Silke

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